Mittwoch, 30. November 2011

Ich sitze in der Skillgruppe. Wir reden über irgendwelches Zeug. Irgendwann kommt das Thema auf das Ich. Ich sage: "Ich weiß nicht was Ich überhaupt bedeutet. Wenn ich meine Hand ansehe, dann könnte es genauso gut die Hand eines Fremden sein. Wenn ich mein Gesicht im Spiegel sehe, dann ist es nicht mein Gesicht." Ich werde traurig. Die Therapeutin redet weiter auf mich ein. Die Worte kommen nie bei mir an.
Beim Mittagessen setze ich mich an den Tisch. Mein Teller bleibt leer. Die Betreuerin fragt: "Haben sie denn heute schon etwas gegessen?" "Milch" "Sie essen jetzt" "Denken sie wirklich, dass das jetzt etwas bringt?" Sie gibt auf. Nach nur 2 Sätzen von mir gibt sie auf. Aus der Küche höre ich Geschrei. Die Angst flüstert mir Dinge ins Ohr. Ich bleibe sitzen. Stärke.
Nachmittags in der Ergotherapie geht das Thema Ich weiter. Ich werde gefragt was mich auszeichnet. Ich kann nichtmal mit den Schultern zucken. Die Anderen fangen an Sachen aufzuzählen, die ich kann und die sie an mir mögen. Ich rutsche nervös auf dem Stuhl herum, umklammere meine Beine. Ich fühle mich unwohl. Es kommt mir vor als würden sie von einem Fremden erzählen.
Gegen 19 Uhr bekomme ich Hunger. Mein Magen tut so als würde er sich selber auffressen wollen. Ich gehe in die Badewanne und danach in die Küche. Ich schlucke Kalorien hinunter. Ein ekelhafter Geschmack macht sich in meinem Mund breit. Mir ist schlecht, ich will das Zeug wieder loswerden, aber es wird jetzt stundenlang schwer im Magen vor sich hinfaulen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen