Sonntag, 27. November 2011

Ich sitze in der Küche und höre irgendwelche Worte aus irgendwelchen Mündern. Ich stehe auf und laufe auf den Balkon. Es ist wahnsinnig kalt draußen. Vor mir glüht die Zigarette. Meine Beine fühlen sich schwach und zittrig an. Letzter Zug. Ich lege mich aufs Sofa und strecke die Beine in die Luft. Im Dunkeln des Wohnzimmers läuft mir eine Träne über das Gesicht. Ich versuche mich aufzurichten. Ganz langsam. Mir wird wieder schwarz vor Augen. Hinlegen, Beine in die Luft. Zwei mal muss ich neu ansetzen, dann stehe ich endlich. Ich schleiche wieder in die Küche. Meine Mutter sagt: "Wenn du mal etwas essen würdest, dann wäre dir auch nicht schwindlig." "Später" Mir ist in diesem Moment schon bewusst, dass es kein später geben wird. Die Gäste stehen auf und gehen. Ich schleiche in mein Zimmer und packe meine Sachen.
Auf der Fahrt denke ich nach. Ich denke zuviel nach. Ich stelle mir selber dumme Fragen. Ich habe mich verloren und mit jedem Gramm weniger fliege ich weiter. Ich klammere mich an den Gedanken, dass es sicher bald wieder gut werden wird. "Man wird dich sehen, Phie", lüge ich mir selber vor.
Niemand wird mich jemals sehen. Ich bin nicht vorhanden. Ich sollte glücklich sein. Ich bin es auch manchmal. In ihren Armen bin ich es immer. Wenn sie jetzt weg wäre, dann würde das Loch in mir wieder aufbrechen. Wie bei einem schwarzen Loch würde alles in der Leere verschwinden. Nur die Hülle bleibt zurück.
Gestern fragte mich jemand wie ich mich selber wahrnehme. Ich kam ins Stocken und antwortete dann:
"Gar nicht"

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen