Sonntag, 20. November 2011

Ich mache mir Gedanken über Dienstag. Die Waage wird weniger anzeigen. Ich rechne mit 1,5 kg. Ich sollte Angst haben, ich sollte mir Sorgen machen. Ich sollte, ich sollte, ich sollte. Ich trinke viel. Zuviel. Ich hoffe darauf, dass das Wasser mir Kraft gibt weiterzulaufen. Mein Daumen ist immer noch kaputt. Genau wie der Rest des Körpers.
Gestern redete ich mit Ihr. Ich hatte Angst, wollte weglaufen. Ich blieb am Türrahmen stehen. Ich versuchte Stärke und Selbstbewusstsein auszustrahlen. Es gelang mir wohl. Perfekte Fassade. Je höher die Mauer wird, desto instabiler wird sie. Sie wird bald zusammenbrechen und mich unter ihr begraben. Vielleicht wird ein Suchtrupp mich finden. Sie werden mich mit Baggern befreien müssen und mich erst finden, wenn sie den kleinsten Stein umgedreht haben. Ein kleiner Stein unter dem mein kleines ich verschüttet liegt. Werde ich weinen? Oder schreien? Oder Lachen? Werde ich vielleicht vom Licht der Welt geblendet werden?
Ich wünsche mir, dass die Fassade fällt. Egal was danach kommt. Die Luft ist in der Freiheit sicher besser.

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