Ein Schlag ins Gesicht. Mal wieder. Ich höre immer den selben Satz, wenn ich über meine Essproblematik spreche: "Sie sind ja noch nicht im Untergewicht." Nein, ich bin nicht im Untergewicht, aber eigentlich sollte es auch kein Ziel sein die Leute erst soweit abmagern zu lassen, bis ihnen ein Schlauch in den Magen gequetscht wird.
Ich kann nicht mehr essen, ich will nicht mehr essen. Essen macht mir Angst, Essen löst Dissoziationen aus, Essen ist ekelhaft. Essen, Essen, Essen. Meine Gedanken drehen sich den ganzen Tag nur darum. Ich habe keinen Hunger mehr, jedes Essen schmeckt gleich. Ich ertrage es nicht im Supermarkt zu stehen und die vollgefüllten Regale anzusehen. Mein Körper hat sich in meinen Augen nicht ein Stückchen verändert im Gegensatz zum Anfangsgewicht. Ich habe kein Zielgewicht, weil es immer noch dünner geht. So dünn, dass ich verschwinde. So dünn, dass mich meine Eltern lieben. So dünn, dass mein Körper leidet.
Ich bin verzweifelt, hoffnungslos, mutlos. Wofür lohnt es sich Hilfe zu suchen? Für nichts wahrscheinlich. Ich bin aufgestanden, habe gekämpft, doch am Ende falle ich jedesmal tiefer.

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