Ich räume ein paar Sachen ins andere Haus. Ohne Vorwarnung wird mir schwindlig. Ich rette mich gerade noch auf mein Bett. Ich hebe die Beine hoch. Die Verzweiflung zerfrisst mich. Nach 5 Minuten stehe ich auf. Ich laufe den Flur entlang, halte mich an den Wänden fest. Ich schleiche zurück ins Zimmer. Wieder liege ich auf dem Bett. Eine Mitbewohnerin kommt herein. Mittlerweile liege ich seit 15 Minuten hier. Sie redet mit mir. Ich bitte sie einen Betreuer zu holen. Sie sieht mich verstöhrt an. Die Leiterin kommt dazu, macht Kaffee. Die Mitbewohnerin bringt mir den Kaffee. Die Leiterin sagt: "Machen sie mal ein bisschen Zucker rein." "Nein, bitte nicht. Bitte nicht." Ich weine fast. Der Kaffee wird auf dem Bett eingeschenkt. "Bitte nicht auf dem Bett. Bitte tu es runter. Das Bett ist doch frisch überzogen. Bitte." Die Tränen stehen mir schon in den Augen.
Ich trinke den Kaffee, bleibe noch 10 Minuten liegen. Langsam richte ich mich auf. Es fällt mir schwer zu denken und zu reden. Ich lalle. Ich gehe zum Büro und klopfe. Die Leiterin und ein Betreuer stehen in der Tür. "Ich fahre jetzt zum Drogeriemarkt. Ich brauche noch Duschgel." Ich muss alle meine Kraft aufbringen um diesen Satz zu sagen. "Sie wollen doch jetzt nicht ernsthaft fahren?" "Doch, doch." "Nein, geben sie mir ihren Schlüssel." "Neee, ich kann schon fahren. Das geht wirklich." "Nein, sie fahren jetzt bestimmt nicht. Geben sie mir ihren Schlüssel." "Ich will doch nur fahren. Bitte lassen sie mich einfach nur fahren. Bitte. Bitte. Bitte." Erneut muss ich gegen das Wasser in den Augen ankämpfen.
Ein anderer Mitbewohner fährt mein Auto, damit ich einkaufen gehen kann. Ich rede wirres Zeug. Die frische Luft tut mir gut. Ich merke wie langsam wieder Leben in meinen Körper kommt. Morgen werde ich sicher darüber sprechen müssen. Ich würde am liebsten jetzt schon kotzen.

ich mag sehr wie du schreibst
AntwortenLöschenstark und zerbrechlich zugleich
phie, ich kenne dich nicht persönlich und kann mich nur an dem orientieren, was du hier schreibst, aber wieso tust du nichts? Willst du so lange weitermachen, bis du vielleicht im Krankenhaus aufwachst, zwangsernährt wirst, bis du so lange wegbleibst, dass das bleibende Schäden verursacht? Diese Einrichtung ist der letzte Dreck, wenn es da wirklich so zugeht, wie du es berichtest, verschwinde da, geh irgendwohin, wo man dich ernst nimmt, wo du dich selber ernst nehmen kannst und wo du die Hilfe bekommst, die du benötigst.
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