Ich liege im Bett, drehe mich hin und her. Ich fühle mich unwohl. Ich ziehe meine Beine an und igel mich in die Decke ein, aber es wird nicht besser. Der Nachmittag schmerzt. Im Kopf, in den Füßen, in den Händen.
Ich sollte mir in der Ergotherapie eine Alternative zu der Nachmittagsbetreuung von Jugendlichen suchen, weil ich von der Stelle immer noch nichts gehört habe. Ich versuche der Tante zu erklären, dass ich das im Moment einfach nicht packe. Sie argumentiert dagegen. Wut brodelt in meinen Adern. Nach einem zermürbendem Kampf einigen wir uns darauf, dass ich das Zimmer im anderen Haus mit Möbeln bestücke. Ich gehe rüber. Erste Zigarette. Ich rücke ein paar Möbel gerade. Zweite Zigarette. Ich rücke die Möbel noch gerader. Dritte Zigarette. Nach 30 Minuten bin ich fertig. Ich wäre es schon nach 5 Minuten gewesen.
Ich gehe zu der Tante und entschuldige mich. Sie sagt, dass es schon okay sei. Und dann bricht es heraus. Wie ein Wasserfall stürzt alles in die Tiefe. Worte, Tränen. Keine Fassade zwischen mir und ihr. Für ganze 5 Minuten. Die Mauer baut sich wieder auf. Gerade rechtzeitig vor einem Totalzusammenbruch. Ich lache, helfe beim einräumen der Regale. Es fühlt sich falsch an und gleichzeitig richtig. Die Gefühle würden mich ertränken. Sie würden mich mitreißen ins nirgendwo.
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