Ich klopfe im Büro der Sekretärin. In meiner Hand das Papier der Glückseligkeit. Ich trete ein, gebe ihr meine Kündigung. Sie sieht mich verwirrt an. Sie fragt: "Kann man denn überhaupt einfach so kündigen?" "Ja." Ich lache innerlich. Als ich wieder an der frischen Luft bin atme ich den Duft der Freiheit ein. 2 Tage noch und am Montag dann meine Sachen holen. Felsbrocken fallen mir von der Seele. Ich laufe den kompletten Tag wie auf Wolken. Die Waage lässt mich zusätzlich schweben. Endlich wieder hungern. Ich verdränge den Gedanken. Ich will ja gesund werden. Eigentlich.
Ich gehe im Kopf nochmal meinen Plan durch. Es ist ein guter Plan. Muskelzucken. Ich rede mir selber gut zu: "Ich packe das mit dem Essen." Der Druck fällt. Wie schön, dass ich mich so perfekt selber belügen kann. Meinem Verstand ist bewusst, dass die Essensverweigerung wieder von vorne beginnen wird. Ihm ist auch bewusst, dass Sport noch hinzukommen wird. Ihm ist so vieles bewusst. Wahrhaben will ich es trotzdem nicht. Nicht heute. Nicht morgen. "Du machst dich kaputt", ruft das Gewissen und stirbt.

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