Dienstag, 10. Januar 2012

Während der ganzen Fahrt ist mir schwindlig. Mein Kopf fühlt sich komisch an. Wie betäubt. Ich komme viel zu früh an, fahre erstmal zur Wohngruppe um die Zeit zu überbrücken. Ding Dong. Mit versteinerter Miene öffnet mir Leiterin die Tür. Ich begrüße sie freundlich. Funken sprühen aus ihren Augen. Sie sagt: "Es sind gerade alle beschäftigt, aber sie haben hier noch ein paar Sachen vergessen." Sie lässt mich eintreten. Ich sage Hallo zu den anderen, verquatsche mich ein bisschen mit ihnen. Wir gehen rauchen. Ich frage ob es denn wieder ruhiger geworden ist. Sie sagt: "Ja schon, aber irgendwie ist es eine falsche Ruhe." Die Tür geht auf. Die Leiterin sieht mich mit wütendem Gesicht an und sagt: "Ich möchte, dass sie in Zukunft vorher anrufen, wenn sie vorbeikommen. Sie sind hier nicht mehr Zuhause und können nicht so einfach hereinspazieren." Ich schwanke zwischen lachen und weinen. Wieder und wieder frage ich mich was ich getan habe. Irgendetwas muss es ja sein.
Ich fahre zur Therapie. Die Psychotante sagt: "Warum glauben sie, dass sie hungern müssen?" "Weil es mir eine großartige innere Stärke gibt." "Und wozu brauchen sie diese Stärke?" "Um nicht in der Luft zerrissen zu werden." Ich blicke verzweifelt zu Boden. Reibe mir meinen Arm. Sei stark. Sei stark. Sei stark. Ich fühle mich nackt. Ängstlich. Schutzlos.
Jetzt sitze ich hier. Tränen steigen mir in die Augen. Ein normales Frühstück und ich verzweifle schon. Kein schöner Moment.

1 Kommentar:

  1. durchhalten. es wird alles gut. du hast zwar immer recht, aber diesmal bin ich mir mal sicher.

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