Ich stecke meine Bankkarte in den Automaten. Vorfreude. Der Automat piepst. Er teilt mir mit, dass noch kein Geld eingegangen ist. Wut pulsiert in meinem Kopf. Es fällt mir schwer die Kontrolle zu bewahren. Scheiß Behörden.
Ich fahre nach Hause, frage meinen Vater nach Geld. Er schreit mich an: "Seh ich aus wie eine Melkkuh?" Es reizt mich ihm ein "Du bist doch zu nichts anderem zu gebrauchen" an den Kopf zu knallen. Ich verkneife es mir. Zu groß ist die Angst vor eine Ohrfeige. Wie immer eben. Wenn mir in den letzten Tagen die Motivation zum Hungern fehlte, ist sie spätestens jetzt wieder da. Ich denke an das Wochenende. Ich werde nichts essen. Weil ich die Stärke eben doch brauche. Weil meine Angst vor Verletztung eben doch größer ist als der Wille gesund zu werden. Tränen steigen mir in die Augen. Verzweiflung zerfrisst mein Herz.
Um 12 Uhr fahre ich zur Stressbewältigungsgruppe in die Klinik. Bei der Eingangsrunde erzähle ich irgendwelchen Blödsinn. Eine Teilnehmerin sagt: "Ich möchte gerne das Gefühl des Angenommen seins spüren." Ich beginne zu krampfen. Über eine halbe Minute sitze ich mit an den Körper gepressten Armen auf meinem Stuhl. Ich kann meine Muskeln nicht kontrollieren, muss warten bis es aufhört. Als ich mich wieder bewegen kann atme ich tief durch. Ich hasse diese Anfälle. Machtlosigkeit.
Seit gestern Abend jetzt bin ich bei Plusquam. Endlich Ruhe. Kein Streit. Keine Angst. Hungern muss ich trotzdem. Ich brauche diese gute Gefühl. Ich brauche es einfach.
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