Schon in der Schlange fühle ich mich unwohl. Menschen drängen sich aneinander. Ich stelle mir vor, wie jemand mit einem Gewehr alle erschießt. 'Was kostet der Eintritt?' '6 Euro.'
Als wir drinnen sind zieht mir jemand die Mütze vom Kopf, gibt mir einen Kuss auf die Wange. Ich Blicke irritiert zurück, nehme meine Mütze und laufe weiter. Jemand fasst mir von hinten an den Rücken 'Coole Mütze!' 'Danke. Das weiß ich.' Jemand fasst mir ins Gesicht. 'Du bist so süß!' 'Ok.' Auf der Tanzfläche kommen mir die Menschen zu Nahe. Sie merken nicht, wie ich zurückweiche.
Nach einer halben Stunde wurde ich genug angefasst. Ich fühle mich eklig, gehe nach draußen und zünde mir abseits aller anderen eine Zigarette an. Ich hoffe, dass mich niemand anspricht. Nach zwei Zügen steht jemand neben mir. Ich versuche ihm nicht zuzuhören, während er von irgendeiner Exfreundin spricht. Der Nächste erzählt mir, dass früher doch alles viel schöner gewesen sei. Die nächste fragt mich, ob ich ihr eine Zigarette drehen kann.
Am Morgen wache ich auf. Bilder von Händen auf meinem Körper, Bilder von sprechenden Mündern, Bilder von seinem Sperma auf meinen Beinen. Lachen, Schreien, Stöhnen. Mein Kopf mischt altes und neues. Ich vergrabe mein Gesicht im Kissen und versuche ruhig zu atmen. Den ganzen Morgen gelingt es mir, mich nicht fallen zu lassen. Am Nachmittag wird es mir zu viel. Ich lege mich auf den Boden, versuche meinen Körper zu spüren und krampfe sofort. Ich bin dort, wo ich schon so oft war.
Mittwoch, 27. Dezember 2017
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Bist du innerlich tot? Funktionierst du nur noch wie ein Geist, ohne es mitzukriegen? Erinnerst du dich an das meiste kaum? (Bloß an das, das du dringend vergessen musst?)
AntwortenLöschenIch bin innerlich nicht tot, aber der Rest stimmt.
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