Ich stehe vor dem Spiegel, sehe mich an. Mich oder irgendwen? Es fällt mir schwer die Körperteile mir zuzuordnen. Ich fühle mich fremd in meinem Körper. Ich versuche glücklich zu sein, mir den Tag nicht von den Gedanken ums Essen und mein Gewicht zerstören zu lassen. Ich schaffe es nicht. Wenn ich vor dem Frühstückstisch sitze möchte ich am liebsten davonlaufen. Mittags platzt mein Magen nach zwei Bissen fast. Und abends will ich nur noch in einer dunklen Ecke sitzen, damit mich niemand sieht. Niemand soll mir ansehen können wieviel ich fresse.
Ich vermisse die Hungerzeiten gerade so sehr. Das Gefühl der Stärke und der Unerschütterlichkeit. Jetzt bin ich wieder angreifbar, machtlos gegen jeden Schrei und jede Verletzung. Ich hasse diesen täglichen Kampf.

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