Ich sehe den Arzt an mir vorbeilaufen. Es ist ein Mann. Mein Puls steigt. Er stellt mir Fragen. Manche will ich eigentlich gar nicht beantworten. Nach 15 Minuten sagt er: "Ziehen sie bitte mal ihre Schuhe, ihre Socken und ihr T-Shirt aus." Angst, Angst, Angst. Ich will nicht, dass er mich anfasst. Er wird mir wehtun. Er wird mir wehtun. Ich versuche mich zu beruhigen, ziehe ganz langsam meine Sachen aus, lege mich auf die Liege. Ausgeliefert. Er untersucht meine Füße, sagt: "Können sie die Füße locker lassen? Nicht so sehr verkrampfen." Es fällt mir schwer die Anspannung aus dem Körper zu schütteln. Ich atme tief durch, als er endlich fertig ist, ziehe mich hastig an. Er redet noch 5 Minuten mit mir, dann verlasse ich so schnell wie möglich den Raum.
In der Therapie soll ich als Hausaufgabe ein Bild malen von den Dingen, die ich aus der Vergangenheit noch mit mir herumschleppe. Mir steigen Tränen in die Augen. Schon alleine der Gedanke an die vielen verdrängten und unterdrückten Erlebnisse lösen Traurigkeit in mir aus. Da ist so wahnsinnig viel vor dem ich davonlaufe.

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