Montag, 6. Februar 2012

Zum ersten Mal seit einer Woche wache ich auf und bin glücklich. Ich freue mich auf den Tag. Ich gehe ins Bad, hole die Waage. Erster Fuss, zweiter Fuss, Türgriff loslassen. Fast rutscht mir ein Freudenschrei über die Lippen. Endlich, endlich, endlich. Wie im Flug eile ich die Treppe hinunter, setzte mich an den Frühstückstisch. Ich nehme mir eine Schüssel Cornflakes, lese auf der Verpackung die Kalorienangaben. Weil meine Eltern im Raum sind kann ich sie nicht abwiegen, aber heute ist das nicht so schlimm. Es wird eh meine einzige Nahrung sein.
Mein Vater schreit mich an: "Wieso hast du nur diese blöde Leichtmilch gekauft?" "Weil sie mir schmeckt." Und weil sie weniger kcal hat, Idiot. "Mir schmeckt sie aber nicht." "Dann hättest du etwas sagen müssen." Niemand kann mir heute wehtun. Niemand. Meine Gefühle spielen verrückt, sie fliegen.

Um 13 Uhr muss ich dann noch aufs Arbeitsamt. Ich hatte Angst vor dem Termin. Hatte. Ich werden ihn packen, weil Hungern mir Kraft gibt. Eigentlich ist es ja kein Hungern mehr heute. Ich hab ja ein bisschen was gegessen.

1 Kommentar:

  1. du weißt genauso gut wie ich, dass du trotzdem hungerst. nur, weil man keinen hunger hat, heißt das nicht, dass man nicht hungert. ich will nicht, dass du weiter abnimmst. dafür bist du mir viel zu wichtig. pass auf dich auf. ich liebe dich. und bis später.

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